Hier eine kurze Bestandsaufnahme der Dahlemer Stolpersteine 2020

 

Wir haben ALLE geputzt und Blumen gelegt; Dank an alle Helfer*innen!

 

  • Julius Wordelmann (Berliner Str. 71) gehörte zur politischen  Widerstandsgruppe um Anton Saefkow, er floh 1933 in die Tschechoslowakei, wurde  dort 1939 verhaftet, kam mehrfach in Schutzhaft, ins KZ, lebte illegal und wurde am 26.2. 1945 im Zuchthaus  Brandenburg hingerichtet
  • alle anderen wurden besonders aus rassistischen Gründen verfolgt
    • Gustav Amigo (Bitterstr. 3a) war Lautsprecher-Hersteller zur Funkausstellung 1926 präsentierte er sein Amigo-Horn ( 18.8.1942 erschossen Wuhlheide)
    • Bruno Asch (Breisacher 19) war Stadtkämmerer Berlins, flüchtete in die Niederlande ( 15. Mai 1940)
    • Leo Bartak war Getreidehändler (14. April 1943) Theresienstadt
    • Bernhard Einzig war Kleiderfabrikant, wurde auf der Flucht in die Schweitz verhaftet und starb in Theresienstadt
    • Curt, Erna, Eva und Ruth Eisner (Bachstelzenweg 16) überlebten den Holocaust versteckt in den Niederlanden. Curt war Direktor der Eisenerz AG
    • Gerhard, Käthe und Renate Fuchs (Schweinfurthstr. 90) war Patentanwalt mit Büro Unter den Linden; sie konnten nach Schweden emigrieren
    • Ludwig Fulda (Miquelstr. 86) war Schriftsteller, einer der bekanntesten der Weimarer Zeit. Im WK I war er einer der  Verfasser des kriegsbegeisterten  von 93 Gelehrten und Künstler „An die Kulturwelt“Von 1925 – 1932 war er Präsident des deutschen PEN-Clubs. 1935 erhielt er Publikationsverbot.  Er beging,als keine Ausreise möglich wurde   März 1939 Selbstmord.
    • Gertrud Goldmann (Am Hegewinkel 108) war die Witwe des Kammergerichtsrates Goldmann; sie starb im Warschauer Ghetto
    • Edda, Ernst und Lotte Hagelberg (Schwendenerstr. 46); Ernst Hagelberg war Anwalt in der Friedrichstraße; erschossen Oktober 1942 bei Riga
    • Lotte Korn (Königin-Luise-Str. 83) arbeitete als technisch-medizinische Assistentin bei dem bekannten antifaschistischen Arzt Victor Aronstein in Hohenschönhausen, ging freiwillig mit diesem ins Ghetto nach Litzmannstadt, starb dort
    • Ellen, Erna, Hella und Max Levy (Auf dem Grat 43) Berufsbezeichnung Agent; kamen mit der Fabrikaktion am 3. März 1943 nach Auschwitz; Tod unbekannt
    • Bianka Hamburger ( Englerallee 6) war ein wichtiges Mitglied der jüdischen Reformgemeinde, die sich sehr für die Gleichberechtigung der Frauen einsetzte und Verwaltungsleiterin des jüdischen Krankenhauses war. Im Ersten Weltkrieg Mitarbeiterin von Alice Salomon, erhielt von Wilhelm II das „Verdienstkreuz für Kriegshilfe“; Selbstmord 2.9. 1942; In ihr Haus Englerallee 6 zog der Steglitzer NS-Bürgermeister Treff ein.
    • Martin Meirowsky (Englerallee 6) Prokurist, Selbstmord 14. Januar 1943
    • Ida Meyerhardt ( Unter den Eichen 65; direkt das Eckhaus Unter den Eichen/Habelschwerdter Allee) Witwe eines Sanitätsrates; ermordet 3. Oktober 1942 Theresienstadt
    • Emil Milch (Rheinbabenallee 49)geboren in Izmir, Buchhalter, gestorben 20. März 1945 in Theresienstadt ( Das Haus direkt am Wilden Eber gehört der FU uns steht seit zwei Jahren leer)
    • Edith Müller (Waltraudstr. 27) war die Frau des Rechtsanwaltes Jean Paul Müller, u.a.  juristischer Berater des Stahlhelm (!). Beide emigrierten 1933 nach Paris; Edith kam übers Lager Drancy Oktober 1943 nach Auschwitz; ihrem Mann gelang die Flucht in die USA, er arbeitete dort als Barkeeper
    • Klara Rawack (Ihnestr. 47), Kaufmannsfrau, deportiert nach Litzmannstadt, Klara starb am 15. Mai 1942 in Kulmhof; für ihren Mann gibt es keinen Gedenkstein
    • Friedrich Rosenthal (Englerallee 6)verheiratet mit Hildegard R.; flüchtete mit seiner Frau; verhaftet 1943 in Saarbrücken, tötete sich mit Zyankali
    • Hildegard Rosenthal (Im Dol 67a) tauchte mit ihrem Mann unter, wurde 43 in Saarbrücken  verhaftet, kam nach Theresienstadt, dann nach Auschwitz, sie arbeitete als Lehrerin an der jüdischen Privatschule von Lotte Kaliski Im Dol 2-6
    • Gustav und Toni Stolper (Englerallee 25), 1988 Wien, 1947 New York, war liberaler Wirtschaftsökonom und Mitglied des Reichstages bis 1932 für die DDP, er emigrierte auf vielen wegen in die USA, wurde dort Berater von Präsident Hoover. Toni S. war seine enge Mitarbeiterin und Biografin.
    • Fanny Thomann (Koserstr. 21, Kaufmannswitwe, 1943 nach Ravensbrück deportiert, dort  am 8.2.1945 vergast. Das Grundstück liess sich Oswald Pohl, der der Leiter des Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes überschreiben.
    • Arthur Zarden (Goßlerstr. 21) war Staatssekretär im Reichsfinanzministerium, er war DVPler, gehörte zum konservativen Solf-Kreis und beging am 18. Januar 1944 Selbstmord
    • Max und Regina Zellner (Bachstelzenweg 17) Allgemeinmediziner, mit der Fabrikaktion 1943 kamen beide nach Auschwitz

 

 

Außerdem gibt es die Gedenkstelle für Sinti und Roma Unter den Eichen /Boetticherstr.

 

 

Ihr seht bei einigen gibt es erheblichen Nachforschungsbedarf!

 

Burkhard

 

 

 

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